Plakataktion in Ostwürttemberg
Schwäbisch Post am 29.08.2026

Gemeinsam sichtbar für Selbsthilfe: KIGS Ostwürttemberg und Selbsthilfegruppen präsentieren neue Plakate
Manchmal beginnt Selbsthilfe mit einem Satz wie: „Endlich jemand, der versteht, wie es mir geht.“ Menschen, die selbst betroffen sind oder Angehörige unterstützen, finden in Selbsthilfegruppen Austausch, Verständnis und neuen Mut. Genau darauf möchten die Plakate aufmerksam machen, die von Selbsthilfegruppen im Ostalbkreis entwickelt wurden. Unterstützt wurde die Entwicklung von der KIGS Ostwürttemberg.
„Wir wollten sichtbar machen, was Selbsthilfe wirklich bedeutet: Menschen, die füreinander da sind, Erfahrungen teilen und sich gegenseitig stärken“, sagt Victoria Bohn von der Selbsthilfegruppe ‚Gemeinsam stark gegen Gewalt‘. „Denn manchmal ist es schon eine große Hilfe zu wissen: Ich bin damit nicht allein.“
An der Initiative beteiligt sind die Osteoporose Selbsthilfegruppe Ostalb, das Elternnetzwerk autistisch begabt, KEKS e. V., die Kreuzbundgruppe Aalen Angehörige, COMO Ostalb, die SHG Besser Schlafen, Pflegende Angehörige, Gewalt und Fibromyalgie. Unterschiedliche Themen, unterschiedliche Lebensgeschichten – verbunden durch die Erfahrung, dass gemeinsamer Austausch Kraft geben kann.
Gestaltet wurden die Plakate vom Büro Zwo Sieben in Aalen. Die Grafiker entwickelten den Rahmen für alle, die individuellen Inhalte stammen von den Selbsthilfegruppen.
„Die Idee kam aus den Gruppen selbst. Das hat uns besonders gefreut, denn genau darum geht es bei Selbsthilfe: Die Betroffenen wissen am besten, was sie bewegt und was sie anderen mitgeben möchten“, sagt Silke Kühner von der KIGS Ostwürttemberg. Die KIGS Ostwürttemberg, angesiedelt bei der AOK Ostwürttemberg, unterstützt Ratsuchende im Ostalbkreis und Landkreis Heidenheim bei der Suche nach passenden Selbsthilfeangeboten.
„Selbsthilfe ist gelebtes Ehrenamt – und oft auch ein Stück gelebte Solidarität“, betont Renate Lutz vom Kreuzbund Angehörige. „Menschen schenken anderen nicht nur ihre Zeit, sondern auch ihre Erfahrung und ihr offenes Ohr.“
Erstmalige Präsentation beim Ehrenamtstag auf der Landesgartenschau am 19.09.2026
Zum ersten Mal öffentlich zu sehen sind die Plakate beim Ehrenamtstag der Landesgartenschau Ellwangen am Samstag, 19. September 2026, von 12 bis 17 Uhr. Unter dem Motto „Ehrenamt macht Ellwangen stark“ präsentieren sich dort zahlreiche Vereine, Organisationen und Initiativen.
Auch die beteiligten Selbsthilfegruppen, der Arbeitskreis Selbsthilfefreundliches Krankenhaus Ellwangen und die KIGS Ostwürttemberg laden Besucherinnen und Besucher ein, ins Gespräch zu kommen und mehr über die Angebote in der Region zu erfahren.
„Vielleicht bleibt jemand vor dem Plakat stehen und denkt: Das kenne ich. Genau das brauche ich“, sagt Elisabeth Bayer von der Selbsthilfegruppe COMO Ostalb. COMO ist eine Selbsthilfegruppe zu den Themen der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen -
Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Reizdarm und Divertikel. „Wenn daraus ein Gespräch und vielleicht sogar der erste Schritt in eine Selbsthilfegruppe entsteht, dann hat das Plakat seinen Zweck erfüllt.“
Der Eintritt auf das LGS-Gelände ist an diesem Tag auch mit der Ehrenamtskarte des Ostalbkreises möglich.
Bild:
v.l.n.r.: Renate Lutz vom Kreuzbund Angehörige, Holger Blank von KEKS, Silke Kühner von der AOK Ostwürttemberg / KiGS, Niko Löffler vom Büro Zwo Sieben, Victoria Bohn, Selbsthilfegruppe „Gemeinsam stark gegen Gewalt“ und Elisabeth Bayer von COMO









